KI-Tools für das Marketing sinnvoll nutzen

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Es vergeht keine Woche, ohne dass ein neues Produkt mit künstlicher Intelligenz an Markentingfachleute vermarktet wird. Für Marketingspezialisten, die sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen möchten, kann KI vielversprechend sein. Doch nicht jede KI ist gleichwertig. Wenn man sie ausprobieren möchte, verliert man bei der Vielzahl von Tools leicht den Überblick. Einige erweisen sich als äußerst nützlich. Andere … eher nicht. Wie kann man also die wirklich intelligenten Marketing-Tools von den nutzlosen unterscheiden?

Was ist künstliche Intelligenz?

Die meisten Menschen, mit denen ich über künstliche Intelligenz spreche, neigen dazu, sie als diese revolutionäre Technologie zu sehen, die entweder unsere Welt beherrschen und uns alle zum Scheitern bringen oder sie in ein Star Wars-ähnliches Universum verwandeln wird, in dem wir alle unseren eigenen persönlichen Protokoll-Droiden bekommen. Künstliche Intelligenz hat jedoch viel mehr zu bieten als reine Fantasie.

Daher besteht der erste Schritt zur effektiven Nutzung von KI darin, zu verstehen, was sie wirklich ausmacht. Im Großen und Ganzen ahmt sie einige Elemente menschlicher Intelligenz in Maschinen nach.

Sie funktioniert durch maschinelles Lernen. Dabei wird ein KI-Modell auf bestimmte Datensätze trainiert, damit es lernt, was normal ist, was nicht normal ist, was von ihm erwartet wird und welche Informationen es ausgeben soll.

In der Regel werden historische Daten verwendet, um die Maschine zu trainieren – so wie man einem Kleinkind endlose Bilder von Hunden zeigt, damit es versteht, dass ein vierbeiniges pelziges Wesen, das bellt, tatsächlich ein Hund ist. Ein gutes Beispiel für eine Maschine, die auf diese Weise trainiert wurde, ist die Bilderkennungs-KI von Google. Sie wurde mit Hilfe von den Millionen von Bildern trainiert, auf die Google über das Internet Zugriff hat. In einem hochkarätigen Beispiel ist die Maschine nun in der Lage, etwas zu tun, was Internetnutzer auf der ganzen Welt fasziniert: Sie erkennt den Unterschied zwischen einem Muffin und einem Chihuahua..

Sobald die Maschine mit den richtigen Daten vertraut ist, kann sie mit der Vorhersage von Ergebnissen oder der Optimierung von Marketingkampagnen beginnen. Darin liegt der Reiz von künstlicher Intelligenz für das Marketing.

KI und Marketing, ein Traumpaar?

Marketingspezialisten sind sehr versiert darin, Daten für ihre Kampagnen zu nutzen, daher ist es nicht verwunderlich, dass Marketingteams im Vergleich zu anderen Abteilungen doppelt so häufig KI verwenden.

Da der Wettbewerb immer härter wird, sieht der Durchschnittsverbraucher tagtäglich bis zu 10.000 Marketingbotschaften. Es bedarf einer sehr gezielten und sehr persönlichen Botschaft, um aus all dem Werbeschwall hervorzustechen. Und KI verspricht, genau das zu liefern.

Es gibt jetzt KI-Tools zur Optimierung des Marketingmixes, die helfen, Marketingkanäle mit dem größten Nutzen für ein Unternehmen zu priorisieren. Die Maschine kann die Kundenreaktionen auf Kampagnen in Echtzeit analysieren und die Inhalte entsprechend den Reaktionen ändern.

Eines der ersten Experimente damit kam von der fingierten Kaffeemarke Bahio, die von M&C Saatchi ins Leben gerufen wurde, um die Reaktion der Öffentlichkeit auf eine KI-gesteuerte Werbetafel zu messen. Durch eine Art natürlicher KI-Auswahl wurde den Passanten immer wieder ein Werbetext gezeigt, der lange Zeit die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zog. Das gleiche Prinzip wurde auf die Bilder angewandt. Das Endergebnis war eine Werbetafelkampagne mit dem theoretisch besten Text und dem besten Design für die Marke.

Die Getränkemarke Coca-Cola experimentierte ebenfalls mit künstlicher Intelligenz für mehr Personalisierung – diesmal mit Produktangeboten. Sie erfanden einen KI-gesteuerten Verkaufsautomaten, der eine Getränkeformel basierend auf Zielgruppe und Standort ändert. Ein Automat in einer Schule bietet zum Beispiel eine andere Getränkeauswahl an als in einem Fitnessstudio oder Krankenhaus.

KI-Tools für den täglichen Marketingeinsatz

Diese Beispiele zeigen einige der schlagzeilenträchtigeren Anwendungen von künstlicher Intelligenz im Marketing. Für das gewöhnliche Marketing gibt es jedoch viele nützliche (und weniger kostspielige) Tools.

Man kann davon ausgehen, dass es für jede Art von Marketing ein KI-Tool gibt.

Für diejenigen, die im Content Marketing arbeiten, gibt es Tools wie Atomic Reach, das dabei helfen kann, zu verstehen, welche Inhalte bei einer Zielgruppe gut ankommen. Concured nutzt künstliche Intelligenz, um das Verbraucherverhalten in Bezug auf Inhalte zu analysieren und zukünftiges Content Marketing zu gestalten.

Dann gibt es Services wie Unbabel (zwinker, zwinker), der mit Hilfe modernster neuronaler Maschinenübersetzung (NMT), Qualitätseinschätzung und den Leistungen einer starken Community mit 55.000 zweisprachigen Übersetzern schnelle Übersetzungen mit der bestmöglichen Qualität für diejenigen, die Marketinginhalte für verschiedene globale Märkte übersetzen möchten, bietet.

Chatbots sind eine weitere beliebte Option. Diese bieten Werbetreibenden die Möglichkeit, mit Kunden in Kontakt zu treten und schnell Unterstützung anzubieten, ohne dass sie den ganzen Tag an einem Computer sitzen oder ein Kontaktzentrum nutzen müssen. Reisebranche KLM nutzt seit Jahren Bots, um Reisedokumente auszustellen und seine Agenten zu unterstützen, das Versprechen der einstündigen Reaktionszeit auf alle Anliegen einzuhalten. Interessanterweise werden Chatbots sowohl intern als auch extern genutzt, um den Mitarbeitern zeitnahe Informationen zu liefern.

Es gibt auch Empfehlungsmaschinen, die die vergangenen Transaktionen eines Kunden auf etwaige Verhaltensmuster analysieren und diese dann nutzen, um Produkte vorzuschlagen, die ihm gefallen könnten. Amazon ist wahrscheinlich das bekannteste Beispiel für eine Empfehlungsmaschine in Aktion, sie wird jedoch heutzutage bereits von vielen großen Online-Händlern eingesetzt.

Schließlich gibt es Tools, die die aktuellen Kunden eines Unternehmens analysieren und ähnliche Zielgruppen finden. Emarsys ist ein Anbieter dieses Dienstes. Dies ermöglicht Marketingspezialisten umfangreiche Verkäufe. KI kann auch die Reaktion einer Zielgruppe auf eine Kampagne analysieren, um die empfohlene Zielgruppe weiter zu verfeinern und die Leistung zu verbessern. Harley Davidson nutzte diese Technik, um die Verkaufszahlen um fast 3.000 % zu steigern.

Bei der Priorisierung, in welches Tool zuerst investiert werden soll, sind diejenigen zu berücksichtigen, die mit dem geringsten Anfangsaufwand die größte Wirkung erzielen. Tools, die »schnelle Erfolge« bieten, sind ebenfalls ein guter Ausgangspunkt. Es lohnt sich auch, zu prüfen, ob die erworbenen Tools nicht zu viel zusätzliches Training für das Marketingteam erfordern. Entscheidend ist, dass jedes gewählte Tool eindeutig mit den Marketing- und Geschäftszielen übereinstimmt. Andernfalls wird es nicht in der Lage sein, dem Unternehmen einen Wert zu bieten und die dafür getätigten Investitionen (und möglicherweise auch andere KI-Tools) könnten fehlschlagen.

KI-Tools stehen nicht alleine

Künstliche Intelligenz ist darauf ausgelegt, partnerschaftlich mit Menschen zusammenzuarbeiten. Sie wird dazu eingesetzt, manuelle Aufgaben, die viel Zeit in Anspruch nehmen, zu automatisieren, das Targeting zu verbessern und die Effektivität des Marketings zu steigern. Ein Mensch wird weiterhin benötigt, um auf die Erkenntnisse aus den Tools zu reagieren und deren Leistung zu optimieren.

Die Technologie ist nicht da, um irgendjemanden zu ersetzen, und ebenso können Tools nicht sich selbst überlassen werden; KI-Tools sollen dabei helfen, den Job besser zu erledigen.

Richtig eingesetzt, können KI-Tools das Marketing wesentlich intelligenter machen.

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